Noah – Sebastian Fitzek

Noah - Sebastian Fitzek

Ein Buch für Menschen, die sich gerne Verschwörungstheorien ausmalen. In Corona-Zeiten fast schon belustigend, wie viele Parallelen in »Noah« von Sebastian Fitzek beschrieben werden – und das Buch ist von 2013. Es gibt die Manila-Grippe, die zur Pandemie wird. Es werden widerwillig Masken getragen, Menschen sterben an der neuartigen Krankheit, Flughäfen werden unter Quarantäne gesetzt. Und welche mächtigen und geheimen Kräfte stecken wohl dahinter?

Die Geschichte selbst fand ich irgendwann nicht mehr spannend, ich bin nur noch von Dialog zu Dialog gesprungen, um zu folgen. Anfangs gab es kurz WTF-Momente, wenn sich eine Beschreibung auch 1:1 mit unserer realen Gegenwart deckt. Aber wie sollte auch anders mit einer Pandemie umgegangen werden?

So manche Verschwörungs­theoretiker*innen finden da sicherlich noch etwas Futter (bspw. die Bilderberg-Konferenz). Für Fans von Dan Browns »Inferno« top, für Fitzek-Neulinge empfehle ich »Der Insasse« (auch als Hörbuch).

★★☆☆☆

Die subtile Kunst des Daraufscheißens – Mark Manson

Die subtile Kunst des Daraufscheißens - Mark Manson

Mein Audible Abo habe ich erstmal gekündigt. Fünf Guthaben hatten sich angehäuft. So richtig Zeit und Muße finde ich zwischen Podcasts und Büchern kaum, um mehrere Stunden konzentriert zuzuhören. Das gelang mir bisher nur bei ganz wenigen Hör­büchern1. Auch bei »Die subtile Kunst des Daraufscheißens« von Mark Manson bin ich zwischendurch in Gedanken ganz woanders gewesen und die Stimme hat mich bei Lesetempo 1,3 nur irgendwie berieselt.

Erstmal sollte man das Buch wohl besser auf Englisch lesen oder hören. Im Deutschen wirkt die lockere Sprache zu Beginn einfach dumm. Bis auf ein paar Schmunzler aus dem Leben des Autors, einigen halbwegs interessanten popkulturellen Aha-Momenten (die Geschichte des Beatles Pete Best) und vielen Phrasenweisheiten im Das-Café-am-Rande-der-Welt-Stils hat mir das Buch nicht wirklich viel gegeben.

★★☆☆☆

  1. Das waren u.a. »1000 Zeilen Lüge« von Juan Moreno, »Alexander von Humboldt und die Entdeckung der Natur« von Andrea Wulf oder auch »Achtsam morden« von Karsten Dusse. 

Exit Racism – Tupoka Ogette

exit RACISM - Tupoka Ogette

Wie auch das Buch von Alice Hasters ist »Exit Racism« von Tupoka Ogette sehr stark. Durch die weiterführenden Links zu Dokumentationen und vor allem die Logbuch­einträge ihrer Workshop-Teilnehmer*innen ist das alles für den weißen Mann noch einfacher zu verstehen. Am meisten beeindruckt hat mich das Kapitel zur White Fragility und die beschriebenen Phasen im Umgang mit eigenem Rassismus (Negieren, Abwehr, Scham, Schuld, Anerkennung).

★★★★☆

Fahrenheit 451 – Ray Bradbury

Fahrenheit 451 - Ray Bradbury

Eine Dystopie aus dem Jahre 1953, in welcher der Besitz und das Lesen von Büchern unter Strafe steht. Die Feuerwehr löscht keine Brände (mehr), sondern ist dafür verantwortlich Bücher aufzuspüren und zu verbrennen. Einer von ihnen ist Guy Montag, der Protagonist der Geschichte, der anfängt das ganze System und die Unterdrückung freier Gedanken zu hinterfragen.

Im Wohnzimmer fast jeden Hauses gibt es Videowände, die Leute werden rundum beschallt und durch Medienbeschallung und die Droge „Fernsehen“ ruhig gestellt. Wenn man das mit der heutigen Zeit vergleicht und wie wir den halben Tag auf irgendein Display starren, dann mag einem das verrückt vorkommen, wie präzise der Autor teilweise die Zukunft beschreiben konnte. Zu einer Zeit, in der ein schwarz-weiß TV-Gerät noch ganz lange nicht in jedem Wohnzimmer zu finden war.

★★★★☆

Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen – Alice Hasters

Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen - Alice Hasters

Das Buch der Stunde kommt von Alice Hasters und das absolut berechtigt. Ein sehr persönliches Buch mit vielen Berichten, wie die Autorin ihr ganzes Leben lang selbst mit Rassismus konfrontiert wird – mal versteckt, mal ganz offensichtlich.

Wie sie sich lange weder in Deutschland noch in den USA aufgrund ihrer Hautfarbe zugehörig fühlen konnte. Was positiver Rassismus im Alltag ist und was er bei betroffenen Personen – bei ihr – auslöst. Wo Rassismus und Diskrimierung leider bis heute zu finden sind und gedeihen – und wie weiße Menschen ganze Kapitel einfach ausblenden. Sie geht dabei auch auf (pseudo)wissenschaftliche, historische, kulturelle und popkulturelle Entwicklungen ein.

Das stärkste Kapitel ist meiner Meinung nach „Deine erste schwarze Freundin“, in dem Alice direkt ihren weißen Freund anspricht und sich ausmalt, weshalb er mit ihr zusammen ist. Zwischen Liebe, Fetisch und politischem Statement. Wie unterschiedlich ihr Freund mit Rassismus und struktureller Diskriminierung ihr gegenüber umgehen könnte, wie sie darauf reagieren würde.

Klare Empfehlung, sehr starkes Buch!

★★★★★