Fahrenheit 451 – Ray Bradbury

Fahrenheit 451 - Ray Bradbury

Eine Dystopie aus dem Jahre 1953, in welcher der Besitz und das Lesen von Büchern unter Strafe steht. Die Feuerwehr löscht keine Brände (mehr), sondern ist dafür verantwortlich Bücher aufzuspüren und zu verbrennen. Einer von ihnen ist Guy Montag, der Protagonist der Geschichte, der anfängt das ganze System und die Unterdrückung freier Gedanken zu hinterfragen.

Im Wohnzimmer fast jeden Hauses gibt es Videowände, die Leute werden rundum beschallt und durch Medienbeschallung und die Droge „Fernsehen“ ruhig gestellt. Wenn man das mit der heutigen Zeit vergleicht und wie wir den halben Tag auf irgendein Display starren, dann mag einem das verrückt vorkommen, wie präzise der Autor teilweise die Zukunft beschreiben konnte. Zu einer Zeit, in der ein schwarz-weiß TV-Gerät noch ganz lange nicht in jedem Wohnzimmer zu finden war.

★★★★☆

Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen – Alice Hasters

Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen - Alice Hasters

Das Buch der Stunde kommt von Alice Hasters und das absolut berechtigt. Ein sehr persönliches Buch mit vielen Berichten, wie die Autorin ihr ganzes Leben lang selbst mit Rassismus konfrontiert wird – mal versteckt, mal ganz offensichtlich.

Wie sie sich lange weder in Deutschland noch in den USA aufgrund ihrer Hautfarbe zugehörig fühlen konnte. Was positiver Rassismus im Alltag ist und was er bei betroffenen Personen – bei ihr – auslöst. Wo Rassismus und Diskrimierung leider bis heute zu finden sind und gedeihen – und wie weiße Menschen ganze Kapitel einfach ausblenden. Sie geht dabei auch auf (pseudo)wissenschaftliche, historische, kulturelle und popkulturelle Entwicklungen ein.

Das stärkste Kapitel ist meiner Meinung nach „Deine erste schwarze Freundin“, in dem Alice direkt ihren weißen Freund anspricht und sich ausmalt, weshalb er mit ihr zusammen ist. Zwischen Liebe, Fetisch und politischem Statement. Wie unterschiedlich ihr Freund mit Rassismus und struktureller Diskriminierung ihr gegenüber umgehen könnte, wie sie darauf reagieren würde.

Klare Empfehlung, sehr starkes Buch!

★★★★★

Trotzdem – Ferdinand von Schirach, Alexander Kluge

Trotzdem von Ferdinand von Schirach und Alexander Kluge

Zugegeben, bei »Trotzdem« habe ich mich einfach vom Namen Schirach und vom „neuen Genre Büchlein“ zum Kauf verleiten lassen. Geschadet hat das nicht, aber insgesamt waren mir die wenigen Seiten mit zu viel historischen Vergleichen und Intellekt vollgeladen.

Es geht um Corona, unseren politischen Umgang mit der Pandemie und welche lang­fristigen Auswirkungen diese Krise auf uns und unsere Gesellschaft haben wird. Ob die Welt das Virus als Chance auf einen Neuanfang begreift oder es unsere eigentlich gefestigten demokratischen Systeme und Werte weiter fröhlich angreifen und autoritäre Strukturen befeuern darf.

Gefühlt ist das Buch noch druckfrisch und doch zeichnet sich im Moment schon ab, dass wir den bequemen Weg bevorzugen und allzu gerne (und das auch möglichst schnell) wieder alte Strukturen und Muster aufnehmen.

★★★☆☆

Qube – Tom Hillenbrand

Qube – Tom Hillenbrand

Der zweite Teil aus der Hologrammatica – »Qube« – von Tom Hillenbrand hat mir über viele Seiten ebenfalls sehr gut gefallen. Auch wenn es im Vergleich noch ein bisschen mehr Science Fiction war (ich konnte weit weniger abnicken und im Kopf sagen „ja, kann ich mir gut vorstellen, in 100 Jahren…“ – auf der anderen Seite will das die Geschichte auch gar nicht) und mir anfangs zu viele Stränge in Form von zu vielen Charakteren das Reinkommen etwas erschwerten.

Nach dem ersten Teil hatte ich die Geschichte in »Qube« dann nach spätestens der Hälfte durchschaut, aber der lockere Schreibstil und die Welt der Hologrammatica machten es weiterhin spannend und ich freute mich auf die Auflösung. Das Ende driftet für meinen Geschmack dann zu sehr ab. Ein Kapitel mit Zwergen und Zauberern musste ich mehr überfliegen als lesen. Auf einen dritten Teil freue ich mich trotzdem.

★★★☆☆

Sprache und Sein – Kübra Gümüşay

Sprache und Sein - Kübra Gümüşay

Kübra Gümüşay schreibt in »Sprache und Sein« sehr persönlich über Rassismus und Diskriminierung in unserer Sprache und durch unseren Sprach­gebrauch. Ehrlicherweise hatte ich mehr über die Entwicklung und den bewussten bis unbewussten Einsatz von Sprache im Allgemeinen erwartet, also irgendwie mehr Theorie als Poesie.

Sprache zwischen Alltag(sgebrauch) und Politik – viele Beispiele, wie mächtig Sprache sein kann und wie falsch wir Sprache oft gebrauchen und so rassistische Aussagen in den Rang einer Meinung heben.

★★★★☆