Jonathan Franzen und der Klimawandel

Jonathan Franzen - Wann hören wir auf, uns etwas vorzumachen?

Selbst in den wenigen Bewertungen dieses Büchleins bei Amazon argumentieren Klimawandel-Leugner auf teilweise solch banale Weise:

In Thailand liegt beispielsweise die Durchschnittstemperatur von rund 25° C um etwa 15° C höher als in Deutschland. Gleichwohl gibt es dort weder Wüsten­bildung noch Versteppung. Im Gegenteil, dort sind mehrere Ernten im Laufe eines Jahres möglich.

Das ist so ein Argument. Oder ein anderes:

Insbesondere bei hohen CO2-Werten zeigten erdgeschichtliche Warmperioden sich stets als die artenreichsten, sie waren kulturelle Blütezeiten. In Kaltzeiten sind Völkerwanderungen, Hunger und Seuchen festzustellen. In der starken Warmperiode vor 6500 Jahren wurden in Mesopotamien der Pflug, das Rad, Bewässerungssysteme und die Schrift erfunden.

Warm, wärmer, Schrift! Diesen dummen Quatsch mal außer Acht gelassen: Jonathan Franzens Denkanstoß im Essay »Wann hören wir auf, uns etwas vorzumachen?« ist ein schöner Kontrast zu den ganzen „CO2-Neutralität bis 20xx“-Versprechen.

★★★★☆