Ich hatte 13 schöne Jahre. Wenn ich mich richtig erinnere. Das erste Buch bekam ich von einer Freundin meiner Mutter. Mit Widmung, irgendwas in der Art »Wie zauberhaft, dass es noch Kinder gibt, die gerne lesen. Viel Spaß, Deine Anke« – zauberhaft, versteht ihr? Wenige Tage später kaufte ich Band 2.
Und so find das alles an…
Alle folgenden Bücher kamen via Mitternachtsversand und waren innerhalb einer Woche durchgelesen. →
Ich habe Band 4 – 7 teilweise auch auf Englisch gelesen. Und natürlich mehr als einmal. Ich machte unbewusst schon damals einen Cut nach dem Dritten. Ich hatte das Gefühl, dass ab da auch irgendwie die Bücher (aus literarischer Sicht) aus den Kinderschuhen waren. Genauso wie später die Filme.
Für die Bücher, für das große Ganze, für das Universum ganz klar eine 10/10. Es ist in sich alles so schlüssig. Ich bin damit aufgewachsen, es war immer ein Thema. In der 5. wie auch in heute noch an der Uni.
(…) mir tun alle leid, die nicht das erlebt haben, was ich erleben durfte. →
Wir waren irgendwie immer dabei, von der ersten Stunde an. So irgendwie. Etwas glorifiziert, aber nie peinlich.
Jetzt zu den Filmen. Ohne dabei jeden Muck wieder aufzukochen und über die Malen-Nach-Zahlen-Verfilmung(en) (→) zu lästern. Teil 1 war für einen 11 oder 12-jährigen wie mich damals genau das richtige. Ich saß mit meiner ersten Freundin im Kino und wir haben nichtmal geknutscht, weil wir so fiebrig die Leinwand anstarrten.
Schön und gut, es gab immer wieder Höhen und Tiefen. Die Filme sind – genau wie die Bücher – gereift, sie wurden besser, sie wurden mehr Kino. Das was man sich dann auch gewünscht hatte. Dass man Dumbledore dann in Teil 3 schon eklige abgestorbene Fingernägel verpassen musste – okay, er ist über 100 Jahre alt – fand ich doof. Man ließ ihn auch im vierten Film etwas unsympathischer wirken, als wir ihn uns sicherlich alle ausgemalt hatten.
Alles in allem war ich bisher immer zufrieden mit den Verfilmungen. Und dann letzte Woche das Finale. Enttäuschend. Den letzten Band in zwei Teile zu splitten – nachvollziehbar und richtig. Nach HP 7.2 wäre mit ein Dreiteiler lieber gewesen.
Der Einbruch in Gringots, im Buch eines der Highlights mit Oceans Eleven-Charme, (…) wird hier in einem Tempo heruntergehuddelt, dass kaum nachvollziehen lässt, was eigentlich passiert.
(…) als wollte Kloves das ganze hinter sich bringen, um endlich nach Hogwarts zu kommen. →
Das lässt sich nicht abstreiten, also warum auf Kosten einer so schön runden Geschichte, das ganze doch nur in zwei Teile quetschen? Oder anders: Niemand wäre nicht nicht in 7.2 gegangen, wäre er drei oder vier Stunden lang.
Es hetzt sich alles ab, nur um endlich zum Duell zwischen Harry und Voldemort zu kommen. Das dann im letzten Zug wirklich ein Witz ist. Im Buch war es episch. In der großen Halle, alle stehen um die beiden herum, Harry faselt irgendwas von Liebe und boom… er vernichtet Voldemort, erlösend. Man musste selbst beim Lesen zweimal aufatmen und zuvor aufpassen, dass man nicht zu viele Zeilen überspringt, weil es einfach so spannend war.
Was macht der Film? H und V sind mutterseelenallein vor dem Schloss, hauen sich zweimal stumm ein Blitzgewitter um die Ohren, der Elderstab macht der Abflug zu H und V zerfällt. Danach stiefelt Potter durch die große Halle und nur Hagrid umarmt ihn. Die anderen (vielleicht 35) Leute sitzen dumm rum, trinken Tee, spielen Poker und schauen Löcher in die Luft. Kein Jubel, nichtmal ein Schulterklopfer, keine Tränen mehr. Das ist langweilig, enttäuschend und wird dem ganzen Harry Potter Universum, in dem es seit Band 1 immer wieder betont um Emotionen, Liebe, Freundschaft und Gefühle geht, nicht gerecht.
In vielen wichtigen Szenen wird auf Dialoge verzichtet. Wie gerne hätte ich H eine pathetische Rede schwingen hören, bevor er zum 12. Mal den Expelliarmus gegen Vs Avada Kedavra schleudert. Und das alles unter den angsterfüllten Blicken seiner Freunde, den Lehrern und den letzten Todessern. So hätte man Spannung erzeugen können, obwohl jeder das Ende kennt.
Es sterben wieder einige der engsten Freunde von H und man lässt ihnen im Film nichtmal mehr als 4 Sekunden zukommen. Nur ein Blick auf die leblosen Körper von Lupin und Tonks. Die innere Zerrissenheit von H, dass sie für ihn gestorben sind, weg.
Gutes gibt es auch. Die Szene im Bahnhof mit Dumbledore. Der sterbende Snape. Die Szenen aus dem Denkarium. Ralph Fiennes. Neville und die Brücke. Und eben Kleinigkeiten – die Worte von McGonagal an Harry.
Stattdessen viel Kampf, Lichtblitze, wenig Emotionen, bei denen allenfalls zwanghaft versucht wurde sie irgendwie dazwischen zu quetschen.
Hier scheinen die Kämpfe immer wieder praktisch anzuhalten, wenn sich zwei Figuren mal eben unterhalten wollen, der Film rast mit 200 Sachen, stoppt auf Null und rast dann weiter. Auch deswegen wirken Voldemorts Ultimaten nicht wie befreiende Atempausen, weil die Kämpfe eh dauernd ins Stocken geraten (…) →
Ich hoffe es ist klar, was ich meine und was mir da fehlt. Gänsehautmomente. Solche wie in Teil 5, als Dumbledore mit “Stil” und einer großen Stichflamme aus seinem Büro verschwindet, als der Minister ihn nach Askaban bringen will. Teil 7.2 hätte dafür mehr als genug Stoff geboten. Harry, der nach Hogwarts zurückkehrt und den restlichen Orden des Phönix um sich scharrt. Hier hätte man die Zuschauer (mit Dialogen) in die Kinositze drücken und ihnen Pipi in die Augen zaubern können – wenn schon nicht am Ende.
Wie läuft das im Film ab? Plötzlich sind alle da. Als bestes Beispiel dafür dient die
(…) aus unerfindlichen Gründen schon in Hogwarts befindliche Molly Weasley. →
Die Rückblenden sind cool, die letzten 5min sind es nicht. Technisch ist der Film super, die Tricks, die Ausstattungen, Kostüme, der Drache, die Musik, die Dunkelheit. Ja und meinetwegen auch der Jar Jar Binks Humor. Trotzdem. Für jemanden, der das Buch, die ganze Geschichte kennt (und nur dann macht der Kinobesuch Sinn) ist es unbefriedigend. Sollte es jedenfalls.
Ich kann mich mit diesem Wischiwaschi-Ende nicht anfreunden. Genauso wenig wie mit dem 3D Effekt, der in fast allen Momenten so ekelhaft digital wirkt und vom Film selbst ablenkt. Aber 3D ist mittlerweile wohl ein Muss. u_u
Von mir jedenfalls eine 1,5/5 für den letzten letzten Teil.

Mir ging es ganz ähnlich. Zwar hat mir der zweite Teil besser gefallen als der erste mit seinen merkwürdigen Manga- bis Twilightartigen Szenen zwischendurch, aber ich habe mich auch erschrocken: so viele Blut- und Psychoszenen, huj! Wie du schon schreibst geht das leider auf Kosten von Zwischentönen und Charakterisierungen. Und dass sie so blöd sind, den Zeitsprungfehler im Film zu wiederholen, hätte ich auch nicht gedacht. Trotzdem: Es war acht Mal sehr gute Unterhaltung.
Ich muss tatsächlich sagen, dass ich den 3D-Effekt, obwohl imNachhinein hinzugefügt und eben nicht “real” gedreht, wesentlich besser fand als zum Beispiel bei Transformers 3 oder Avatar. Es wirkte zwar, wie du schon erwähntest, irgendwie “digital”, aber der Eindruck war den über die gesamte Länge des Films wesentlich plastischer als bei den oben genannten Beispielen (die entweder ganz oder zu einem großen Teil in “echtem” 3D sind).
Wenn 3D, dann so – Aber am liebsten immer noch gar nicht. Es passt nicht, es nervt eher.
Also ich hab den Film in 2D gesehen. Der kam ja auch so im Kino. Aber hab nur gehört das der 3D-Effekt ziemlich schlecht war und am besten kommt der Film in 2D.
1A-Spitzen-Text. Volle Unterstützung meinerseits.
<3
Ich fand schade das die Szene als Amycus Carrow Professor McGonagall bespuckt hat und Harry diesen zur Strafe mit dem Cruciatus Fluch belegt, nicht gezeigt wurde. Sie zeigt doch das was eigentlich nie so richtig zum Ausdruck kommt, nämlich Harrys insgeheime Verbundenheit zu McGonagall. Naja, man kann da zumindest noch hoffen das auf der DVD Bonusmaterialtechnisch noch nachgelegt wird.
Für mich hat der 7. 2. Film den Karren aus dem Dreck gezogen. Ich mag die Bücher sehr, aber die Filmversionen gaben mir nie viel. Das liegt nicht daran, dass ich Verfilmungen doof finde (die von Lemony Snicket zB ist perfekt!), aber meinen Geschmack trafen sie nie. Zu viel Special-Effect-Soße (besonders im 4.) und verdrehte Handlungsfäden (besonders im 4.) die das Gesamtwerk abwerten.
Ich war selber überrascht, wie gut der aktuelle Film umgesetzt wurde. Sehr passend bis auf, wie du ebenfalls bemerktest, der Kampf gegen “V”.
Alle Nicht-Leser die ich kenne, haben den Film übrigens nicht gerafft. “Severus, er hat IHRE Augen!” – “Snape ist Harrys Vater!?”
Man kann eigentlich gar nicht anders, als sich deinen 1,5 von 5 Sternen anzuschließen. Dieser Film war echt ziemlich enttäuschend. Zumindest für jeden, der das Buch gelesen hat (soll ja trauriger Weise echt immer noch Leute geben, die das nicht getan haben!!).
Naja. Ich fände es ein bisschen unrealistisch, wenn nach der großen Schlacht in der hunderte Freunde gestorben sind auf einmal alle aufspringen und ne große Feier schmeißen nur weil der Üble gestorben ist… Ich meine “Ron heut kannst du aber mal auf deinen Bruder scheißen”
Ich hab nach dem vierten Film aufgehört zu gucken! Danach gings sowas von bergab mit den Verfilmungen. Wollte mir dadurch die Bücher nicht kaputt machen!
Wobei mir Band 7 an sich, noch nicht mal sooo gefallen hat. Meine Lieblingsbände sind 3 und 4! Band 6 und 7 fallen ein wenig ab zum Rest finde ich!
Total genial geschrieben!
Mir ging es genau so wie dir. Mich hat am meisten gestört, dass man nichts davon mitbekommen hat, wie Fred (oder war es George?) gestorben ist.
Es haben einfach sehr viele Details gefehlt :-/