„Wir glauben, dass unsere Produkte überzeugender sind, als ein Facebook-Post es sein kann“

Der Mobilfunkanbieter blau stellt seine Kommunikation auf Facebook ein. Zunehmende kostentechnische Ineffizienz ist einer der Gründe, die der Verantwortliche Moritz Diekmann in einem Interview aufführt.

Die Seite wurde von allen Beiträgen gesäubert und aufgeräumt. Als ein Anker im sozialen Netzwerk bleibt sie bestehen – blau wird also weiterhin gefunden. Nur ganz wenige Unternehmen oder Marken können von Haus aus in Social Media einen echten Mehrwert bieten. So schön viele Facebook-Posts auch aussehen mögen und so witzig oder informierend sie sein wollen, so uninteressant sind sie doch meist im Kern.

Wozu Budget in die Hand nehmen, um eine ganze Strategie zu konzipieren, eine Kreation (lustige Grafiken) zu bezahlen, einen Community-Manager (oder gar ein ganzes Team) zu beschäftigen? Um letzten Endes nochmals in den Topf zu greifen und einen riesigen Batzen Geld in die Promotion einzelner Postings zu stecken?

Nur damit das geile Humpen-Bild 1.000 Likes erhält, 100 mal geteilt und 15 mal kommentiert wird? Damit kann sich höchstens die dafür verantwortliche Person beweihräuchern. Das ist aber tatsächlich kein Content und erst recht kein Ansatz, der bei einer zweistufigen Finanzierung lohnenswert bzw. effizient ist.

Das virtuelle Wischwasch

kai

Die Deutschfranzosen von arte haben diese Woche die Dokumentation Die virtuelle Feder (gibts auch auf YouTube) gezeigt, die sich mit dem Journalismus von morgen beschäftigen mag. Wir wissen alle, Print stribt einen mehr qualvoll schnellen als langsamen Tod.

Witzig ist die Szenerie um Kai Diekmann (ab 40:45 min), wie er da am großen Touch-Display die Themen des Tages hin und her wischt, aussortiert, nochmal hin und her wischt, einen kurzen verstohlenen Blick in die Kamera wagt (41:02 min), um am Ende festzustellen: Okay, also gar nix!

Die großen Geschichten sind auch alle noch in der Mache. Trotzdem stellen wir uns jetzt alle mal um den Kai und, ach… wow… wahnsinn, dieses Touch-Display! Statt wirklich Revoluzzer zu sein, wird sich der eigenen Wahrnehmung gewidmet.

Sky Go – Fehler 207

Alle Bundesliga-Spiele live sehen? Für monatlich 34,95 Euro. Ein Jahr Vertragslaufzeit. Zugeschlagen! Receiver bei den Eltern, Sky Go für mich. Übers iPad und dank Xbox App dann auch am Fernseher. Endlich keine russischen Streams mehr, ha! Ein Traum…

Nach Erstellung der Sky-Pin über den Service, erfolgreichem Zugriff auf das Online-Kundenkonto, wollte ich mich auch bei Sky Go einloggen. Fehler 207. Immer und immer wieder. Telefongespräche mit dem Service. Immer und immer wieder, nur halbherzige Lösungsansätze (Kundennummer ohne Punkte eingeben, App neu installieren, Sky-Pin ändern, Router neu starten). Auch Google wusste nichts, ich stieß nur auf den Post von Jürgen, der mir mit all den Kommentaren wenig Hoffnung machte.

Irgendwann stellte man meine Anrufe gleich in die Technik durch. Ein motiviertes Kerlchen definierte Fehler 207 als IT-Problem. Das Beheben sollte ca. zwei Wochen dauern, man versprach mir einige Filme bei Sky Select – zur Überbrückung. Vielleicht wird daraus noch mehr als ein Versprechen.

Nach exakt zwei Wochen meldete sich der Service wieder. Fehler 207 sei behoben, ich könne mich nun einloggen. Viel Spaß und bis dann. Doch mich begrüßte wieder Fehler 207, noch immer zusammen mit dem Hinweis, ich solle mich bitte telefonisch an den Service wenden.

Nach knapp zwei Monaten wurde mir die Sache zu bunt, die Telefongespräche mit dem Service zu teuer, die Versprechungen zu leer. Einen kurzen Brief mit einer Frist zur Nachbesserung der Sache aufgesetzt und als Einschreiben an die Sky-Zentrale geschickt. Immerhin wird für eine versprochene und vertraglich festgelegte Leistung bezahlt, die Sky nicht erfüllt. Und siehe da, keine Woche später habe ich einen freigeschalteten Zugang für Sky Go. Anderenfalls wäre ich vom Vertrag zurückgetreten und hätte Receiver + restlichen Kram kommentarlos zurückgeschickt.

Statt also seine Zeit wochenlang mit dem 0180-Service zu verschwenden, lieber gleich etwas Druck machen. Hier der Text zum Kopieren:

Sehr geehrte Damen und Herren,

seit dem xx. xxx 201x bin ich Kunde bei Ihnen (Kundennummer/Vertragsnummer).

Leider muss ich feststellen, dass mein Sky-Go-Zugang nicht freigeschaltet ist. Nach gemeinsamem Einrichten und mehrmaligem Erneuern meiner Sky-Pin mit Ihrem Telefonservice, erhalte ich noch immer die Fehlermeldung 207.

Da ich so für eine Leistung bezahle, die Sie nicht erfüllen, setze ich Ihnen hiermit gemäß §§ 437 Nr. 1, 439 BGB eine Frist zur Nachbesserung der Sache. Sollten Sie bis zum xx. xxx 201x den Fehler bei meinen Sky-Go-Login nicht behoben haben, ich also diesen bezahlten Vertragsinhalt weiterhin nicht nutzen kann, trete ich gemäß § 437 Nr. 3 BGB von meinem Vertrag zurück.

Mit freundlichen Grüßen

Was genau der Fehler 207 nun ist – keine Ahnung. Jedenfalls funktioniert es jetzt und ich freue mich auf die neue Saison. Selbstverständlich sollte man es zuerst einmal über den normalen Service bzw. die Abteilung Technik versuchen. Erst dann macht ein solches Schreiben Sinn und ist auch gerechtfertigt. Auch wenn ich mit dem Service von Sky nicht zufrieden war – an sich ist Pay TV eine gute Sache.

La Roux – Trouble In Paradise

Das klingt alles sehr vielversprechend… und scheint an ihr Debüt vor 5 Jahren nahtlos anzuknüpfen. Gleich Karten für das Kölner Konzert am 5. Dezember gekauft. Wenn die kleine Maus nicht wieder nach 20 Minuten von der Bühne verschwindet, sind das gut investierte 30 Kracher.

The Cactus Channel

tcc

Auch Down Under in Sydney entdeckt: The Cactus Channel, eine zehnköpfige Band aus Melbourne. Alle Mitglieder sind in den 90igern geboren, musizieren sich aber irgendwie und irgendwo durch die 70iger.

It’s soul music, baby, but not as we know it. The backbeat and the handclaps are still there and the horns still sound. The bass bumps, the organ screams and the guitars still twang, but the singer has left the room. Everything is shades of blue. This is soul music for the after hours. For the solitary dancers and the lonely hearts. The soundtrack to solitary headlights on a midnight highway. What to call it? Who cares. Can you dance to it? Just try not to.

Bisher gibt es zwei Alben. Das Debüt Haptics und das Nachfolgealbum Wooden Boy. Beide knüpfen aneinander an, der Sound ist Eins. Letztere Platte mag aber handwerklich etwas reifer und ausgefeilter sein und gefällt mir als Ganzes noch einen Tick besser.